Gangarten - Tölt & mehr

Obwohl der Paso Fino in der Regel neben dem Tölt auch Schritt, Trab und Galopp zeigt, bewegen sich die meisten dieser Pferde in der ihnen angeborenen Gangart. Dabei ist die Fußfolge identisch mit dem Schritt. Man achtet beim Paso Fino besonders auf eine ruhige Kruppe. Oberstes Kriterium ist immer die Weichheit des Ganges und nicht eine extreme und überzogene Aktion in Vor- oder Hinterhand. Der typische Tölt des Paso Fino wird in drei unterschiedlichen Tempi und Versammlungsgraden geritten:

Classic Fino: Pferde mit der Fähigkeit, den Classic Fino auszuführen, sind besonders in Südamerika und den USA beliebt und die absoluten Show Stars. Mit ihrem überschäumenden Temperament und den ultrakurzen Bewegungen reißen sie auf Shows und Darbietungen die Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hin. Wenn sie im Viertaktstakkato über den "Fino Strip" (eine Art Holzsteg zur Klangverstärkung) steppen, hält es keinen der Zuschauer auf seinem Sitzplatz. Classic Fino kann man durch Training nicht erzwingen, das Pferd muss die Veranlagung dafür bereits von Geburt an mitbringen.

Paso Corto: Vergleichbar in der Geschwindigkeit mit dem Arbeitstrab ist der Paso Corto das bevorzugte Tempo im Gelände und für die gymnastizierende Arbeit in der Bahn. Der Raumgriff ist mittel bei ruhiger, gleichmäßiger Vorwärtsbewegung. Dabei soll das Pferd weder eine übertrieben Aktion noch ein zu hohes Tempo zeigen. Ein gut konditioniertes Pferd kann stundenlang im Paso Corto gehen, ohne dabei sichtlich zu ermüden.

Paso Largo: Das schnellste der drei Tölttempi ist der Paso Largo. Der Raumgriff und die Schrittlänge bei unterschiedlicher Versammlung sollen im Vergleich zum Paso Corto einen deutlich erkennbaren Unterschied aufweisen und wesentlich größer sein. Das Tempo variiert dabei von Pferd zu Pferd, da Taktreinheit, Rhythmus und Balance des Tölt nie zu Gunsten der Geschwindigkeit verloren gehen sollten. Talentierte Pferde können im Paso Largo durchaus Galoppgeschwindigkeit erreichen.

Der Trocha ist eine traditionelle Gangart, die hierzulande als Trabtölt bezeichnet wird. Ein Pferd im Trocha hört sich an wie “tras...tras...tras...tras...” und ist für das Ohr gut wahrnehmbar. Echte Trocha-Pferde tölten nicht, wohingegen viele Paso Finos durchaus auch Trocha gehen wenn sie müde sind oder sehr entspannt geritten werden. Eine weitere Unterart sind Trotones Galoperos, Pferde die einen Trab ohne Schwebephase sowie einen klaren Dreischlag-Galopp zeigen. Spricht man über den Paso Fino, so muss auch der Trochador und der Trote y Galope erwähnt werden, da alle drei aufgrund ihrer Herkunft und der Zucht eng miteinander verwandt sind. In Kolumbien besitzen alle drei den gleichen Stellenwert und werden ähnlich geritten und trainiert.